Словесность

[ Оглавление ]






КНИГИ В ИНТЕРНЕТЕ
     
П
О
И
С
К

Словесность


Наши авторы в переводах:
Александр Грановский
Alexander Granowskij

Übersetzung von Dmitrij Boldin



Pyramide

Пирамида

Перевод на немецкий Дмитрия Болдина,
учителя евпаторийской немецкой гимназии, поэта и переводчика.




Die Papyrusrolle im Grabmal des Pharaos begann mit den Worten: "Grüße dich, oh!, groß er Gott, Herrscher der Zwei Wahrheiten! Ich bin gekommen, um deine Schö nheit zu bewahren. Ich kenne dich, ich kenne die Namen von 42 Gö ttern, die sich hier aufhalten, auf dem Hof der Zwei Wahrheiten - sie warten auf die Missetä ter und trinken ihr Blut aus, wen die Missetä ter vor dem Unnefer-Gericht erscheinen..."

Es gab dort noch eine Inschrift: "Wer das Leichentuch von meinem Gesicht hochhebt - stirbt."

Aber Gaius wusste das nicht, und je lä nger er die geheimnisvollen Hieroglyphen ansah, desto mehr schien es ihm, es stelle sich irgendein Geheimnis heraus, und nicht ein einfaches Geheimnis, sondern etwas wichtiges, besonders fur ihn, Gaius. Als ob dieser junge Pharao schon vor vielen. Tausend Jahren glucklicherweise vorsehen konnte, dass an einem bestimmen Tag und an einer bestimmten Stunde er, gaius, kommt um irgendeinen wichtigen, vielleicht sogar den wichtigsten, Entschlu-ss in seinem Leben zu fassen. Und davon verandert sich das Leben auch der anderen Menschen, die irgendwie mit ihm, Gaius, verbunden sind, urtd folglich das Leben der Menschen, die mit diesen anderen Menschen verbunden sind, und wenn man diesen Gedanken weiter entwickelte wickelte, ergab sich folgendes: mit dem Entschluss, den er, Gaius, in dieser qualenden Minute fasst - verandert sich das Leben von mehreren Menschen, sogar denen, die erst danach geboren werden; und er sah plotzlich, mit irgendeiner Verdammis des Wissens sehr deutlich, alle diese Menschen in der Form einer endlosen Pyramide des Lebens, wo sie an der spitze standen: sie - er, Gaius, und dieser Pharao (aber der - an der Spitze der Todespyramide). Der Pharao, dessen verstecktes Grabmal seine Zenturionen(zufalligerweise oder nicht? mit Hilfe dieses merkwurdigen Mannleins namens Sas gefunden haben. Man sagte, er sei irgendwann ein Opferpriester gewesen, und die Gö tter zogen bei ihm fur irgendwelche Versundigung seinen Verstand ab und dann erklarte sich Sas als Gott - er zog die Augen mit grunem Antimon nach, sie auf solcher Weise bis zu den Ohren verlangernd, zog auf den Kopf eine ziegelartig ligende Perucke, und auf den Bart band er auf den Leinen hangendes Ozirisgeflechtchen, was aus den blonden Haaren der lybischen Frauen gemacht war. Hier, an der Pyramide lebte er, sich mit dem Schatten bewegend, als ob dies nur fur ihn bekanntes magisches Ritual sei. Mag sein, es gab irgendwelche Verbindung zwischen inm und dem Pharao, aber die Stelle, wo man den Eingang in die Bestattungakammer suchen musste, zeigte Sas mit auffalender Genauigkeit, und seine Zenturionen drangen durch den Steinmonolith schon bis Abend zum Eingang ein und noch einer seiner Wunsche kam in Erfullung - als er, den Atem anhaltend, im Licht der knisterten Fackeln das Leichentuch der Mumie hochhob und durch das glanzende Gold der Grabmaske ein ganz junges Gesicht des Pharaos, beinahe eines Jungen, sah und besonders seine dunklen unergrundlichen Augen, von denen man den Blick nicht abwenden durfte.

Und schon in die angenehme Schwerelosigkeit der Nacht herunterfallend, hö rte er irgendwoher aus der Ferne ein klingendes Lied - so singt die Mutter fur ihr Kind, damit es ruhig und vernunftig aufwachst, so sigt der Wind sich in den Sykomorazweigen verirrend. Und noch fuhlte er einen Geruch - kaum erkennbaren Geruch von Safran und Myrte und das war der Geruch der Feier und der Kindheit, wenn man den Leckerbissen verteilt und die Nacht wegjagt. Das hei-isst, es werden noch lange die lustigen Zwerge tanzen, bis der Klang von ihren Glö ckchen mit dem Gesang, der Wundervö gel zusammen- stimmt. Diese Vö gel hat keiner gesehen, weil sie erst dann zu singen beginnen, wenn Alle schon schlafen, und dann verwandeln sie sich in die Schatten, namenlose Schatten. Und jetzt rannten diese Schatten umher und rannten an die Wande der schmalen Bestattungskammer, als ob sie den Ausgang suchten, und er, Gaius, wusste, er solle auf jeden Fall die Tur entdecken. Aber er entdeckte zwei Turen. Auf einer Tur war die Gö ttin Isida dargestellt, auf anderer - dieKoniginNefretare und beide sahen auf ihn, Gaius, mit bezauberndem Frauienblick, bei dem sich sein Kö rper mit der Warme erfullte.

Und es gab dort noch eine Tur, mit einem sonderbaren Ornament und einem Turkisskarabaus in der linken Oberecke, und er, Gaius, wusste im Voraus, dass er diese auswahlt. Nur fur einen Augenblick stockte er, bevor er langsam, sehr langsam den ersten Schritt machte. Als ob eine unsichtbare Grenze uberschreitend, nach der es schon keine Ruckkehr gibt. Und man muss noch einen Schritt, noch mehrere Schritte machen, um alle Details besser zu betrachten, die mit jedem neuen Schritt aus der Dunkelheit deutlich und klar zum Vorschein kommen. Einige von denen erkannte er gleich, aber die riefen keine Gefuhle hervor, aber es gab einige, ganz neue... manchmal sogar unerwartete und angenehme... und er schaute sich um, um sich zu vergewissern, dass es keine Tur mehr da ist und setzte seinen Weg fort, mit Vergnugen jede Einzelheit zu betrachten und sich noch mehr zu verandern.

Aber es gab dort noch etwas, das er fruher noch nie gesehen hatte und dieses "Etwas" hatte fur ihn irgendeine besondere Bedeutung. Und je nach sein Blick tapferer und tapferer nach oben und seitenweise, nach oben und nach unten sich ZU bewegen begann, alles mit neuem Interesse betrachtend, was sich auf seinem, Gaius, Weg offenbar wurde - geschah eine sonderbare und Erscheinung: zuerst erkannte er nichts, aber sobald er diese Stelle verliess, kam verspatend die Erkenntnis, und er konnte mit klarer Genauigkeit auf Ort und Zeit hinweisn, wo er dieses Ereignis erlebt hatte. Er versuchte sogar mal zuruckzukommen, um den Eindruck uberzuprufen, aber auf dem Ruckweg schien alles schon ganz anders, als ob sich die Zeit schneller veranderte, als er mit allen seinen Gedanken.

Er fand sich zum Beispiel auf dem Meeresboden und sah eine Krake, aus deren Mutterleib in den Schlamm der Samen des entstehenden Lebens eindrang und verwandelte sich vor seinen Augen in einen Seetang, der Seetang - in ein Tier, das Seetier - in ein Erdtier, der Fisch - in einen Vogel, die Muschel -in einen Schmetterling, ein Meeresigel - in einen Igel, aber ohme gewachsene Hinterbeine, ein Seepferdchen - í n ein echtes Pferd, aber auf den hinteren Beinen stechend, die, aus dem Schlamm schleppend, nicht bis zum Ende gefertigt waren. Und so ging es - Glied fur Glied, Bestie fur Bestie, bis das letzte Glied erschien: der Mensch - der Leichnam auferstanden, kam aus dem Sarg aus dem Mutterleib der Erde, wie ein Kind ans dem Mutterleib; und dieser Mensch war er, Gaius, und er konnte sich selbst von der Seite beobachten, ohne Recht zu haben, sich einzumische. Und dieser Mensch stand jetzt vor dem Dilemma: zuruck zu gehen, die Tier zu finden, etwas nicht vollendet lassen und heraus ZU treten, oder das Angefangene zu vollenden, den Weg entdekend, die Zukunft, die so wunderschö n wird, wie die Kindertraume beim Morgenrot, wie ein illusorisches Trugbild in der grossen Sif-Wuste, wie die Eirwartung, des ersten Redezvous... und des ersten Kusses... und noch Hunderttasende von Wundersachen, aus denen das Leben besteht. Und er, Gains, sah diese Zukunft als ob durch den riesengrossen magischen Kristall der Pyramide, die Zukunft, die fur einige zur Vergangenheit wird, wie die Vergangenheit fur einige selbst die Zukunft war, und in dieser Zukunft gab es mehrere Lebewesen und jedes davon hatte seinen eigenen Namen, wie Nefretare, Brutus, Pharnak, Grassus; aber dí e Zeit hatte sie alle durcheinandergebracht, und was er fur den Namen als erster auswahlt, und welchen als zweiten - wusste er noch nicht. Und es gab dort noch Stimmen, die ihn eilig in verschiedenen Sprachen das WIGHTIGSTE mitteilten, aber er verstannd aus dem Stimmengewirr nur einizelne Wö rter und Phrasenfetzen.

Und dann Iiess er den Zwerg namens Sas kommen, der irgendwann fruher ein Opferpriestergewesen SEI und spater den Verstand verlor, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen...

"Was ist doch das WICHTIGSTE?" - fragte Gaius; und der Zwerg, auf seine Sclulter rasch kletternd, kam nur an sein Ohr mit der vom erhitztem Verstand heissen Luft noch etwas zu flustern... und verwandelte sich gleich in eine Goldfigur der Habicht-Gö ttin Nebet. Drauf gab es eine Inschrift: "Ich halte den Sand zuruck, damit er die Geheimnisse nicht verschuttete".



© Александр Грановский, 2001-2017.
© Дмитрий Болдин, перевод, 2001-2017.
© Сетевая Словесность, 2002-2017.






 
 


НОВИНКИ "СЕТЕВОЙ СЛОВЕСНОСТИ"
Михаил Рабинович: Рассказы [Она взяла меня под руку, я почувствовал, как нежные мурашки побежали от ее пальчиков, я выпрямился, я все еще намного выше ее, она молчала - я даже испугался...] Любовь Шарий: Астрид Линдгрен и ее книга "равная целой жизни" [Меня бесконечно трогает ее жизнь на всех этапах - эта драма в молодости и то, как она трансформировала свое чувство вины, то, как она впитала в себя войну...] Марина Черноскутова: В округлой синеве стиха... (О книге Натальи Лясковской "Сильный ангел") [Книга, словно спираль, воронка, закрученная ветром, а каждое стихотворение - былинка одуванчика, попавшая в круговорот...] Дмитрий Близнюк: Тебе и апрелю [век мой, мальчишка, / давай присядем на берегу, / посмотрим - что же мы натворили? / и кто эти муаровые цифровые великаны?..] Джозеф Фазано: Стихотворения [Джозеф Фазано (Joseph Fasano) - американский поэт, лауреат и финалист различных литературных премий США, в том числе поэтической премии RATTLE 2008 года...] Николай Васильев: Дом, покосившийся к разуму (О книге Василия Филиппова "Карандашом зрачка") [Поэтика Василия Филиппова - это место поворота от магического ли, мистического - и в равной степени чувственного - начала поэзии, поднимающего душу на...] Александр М. Кобринский: Безъязыкий одуванчик [В зените солнце. Час полуденный. / Но город вымер. Нет людей. / Жара привязана к безлюдью / невыносимостью своей.] Георгий Жердев: В садах Поэзии [в садах / поэзии / и лютик / не сорняк]
Словесность